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EIN LEBEN IN MODE. Frauenkleidung 1750-1950. Aus der Kollektion Jacoba de Jonge

Im 19. Jahrhundert nahm die gesellschaftliche Bedeutung des Bürgertums entschieden zu: Es entstand eine neue Gruppe wohlhabender Leute, die es wichtig fanden, ihre neu erworbene Stellung durch ihre Kleidung und ihr Benehmen zu betonen. Der Konsum und das modische Verhalten der Frauen dieser sozialen Schicht wurde dadurch gefördert: Reisen, Sport, Spaziergänge und Einkaufen waren die neuen Formen der Freizeitgestaltung und verlangten spezielle Kleidung. Außer der Kleidung wurde auch der Tages-ablauf auf die Mode abgestimmt: Der Vormittag wurde zu Hause verbracht, der Nachmittag war für Besuche und Tätigkeiten außer Haus bestimmt und für jeden Zeitpunkt gab es spezielle Kleidervorschriften.
Für eine wachsende Gruppe Konsumenten wurde „high fashion“ zunehmend zwingend. Diese Frauen unterlagen jedoch nicht nur dem Diktat der Mode: Mit ihren veränderten Lebensgewohnheiten und Sitten haben sie die Mode teilweise selbst gestaltet. Wie heute gingen die Konsumenten auch damals sparsam und schöpferisch mit der sich ständig ändernden Mode um: Alte Kleider wurden geändert und manchmal umgestaltet, um der neuen modischen Silhouette gerecht zu werden. Das Recyceln von Materialien war auch in den gehobenen Schichten ganz normal.
Anhand historischer Silhouetten aus der umfangreichen Kleidungskollektion der niederländischen Sammlerin Jacoba de Jonge, die fast vollständig in die MoMu-Kollektion aufgenommen wurde, zeigen wir ein Bild der Beziehung zwischen den Modeidealen und den tatsächlich getragenen Kleidungsstücken.

EIN LEBEN IN MODE. Frauenkleidung 1750-1950. Aus der Kollektion Jacoba de Jonge läuft vom 21. März bis 12. August 2012.

 

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