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Goddess
MoMu-Themenausstellung
Werbeplakat Goddess
8. Mai 2004 – 22. August 2004
GODDESS gibt eine Übersicht über den Einfluss, den die Kleidung der griechischen Antike auf die Mode des 20. und 21. Jahrhundert ausübte.
Besonderes Interesse gilt hier der Sommerkollektion 2004, in der die griechische Inspiration wieder eine Rolle spielt.
Designer gehen unter anderem von den drei Basiselementen der Garderobe der Antike aus: Chiton, Peplos und Himation (* Erklärungen siehe unten). Geringfügige Anpassungen und Interpretationen ergaben neue Stile und Kleidungsstücke. Oft wurden auch Details, Accessoires und (architektonische) Motive detailgetreu übernommen: Beispielsweise die Attribute der Olympischen Götter (Muschel für Aphrodite und Pfauenfedern für Hera).
Designer fügten auch Elemente und Techniken hinzu, die nicht zum ursprünglichen historischen Kleidungsstück gehörten. Diese neuen Zusätze bestimmen ihrerseits unsere heutige Interpretation und Vorstellung der griechischen Antike.
Rufen wir uns doch mal die erhöhte Taille aus der Empirezeit ins Gedächtnis zurück, eine Drapagetechnik wie „wet drapery“ oder den asymmetrischen Halsausschnitt.
Auch Madame Grès, eine französische Modedesignerin, deren drapierte Abendkleider ein Meilenstein für die heutige Interpretation der griechischen Antike sind, übte einen bleibenden Einfluss auf die Designer aus. Madame Grès’ Drapagetechniken schrieben ihrerseits Geschichte und sind zum unverzichtbaren Bestandteil des klassischen Erbes geworden.
Kleidung aus der griechischen Antike weitete sich allmählich zu einem zeitlosen Stil aus. Nicht, weil sie unveränderlich sein soll, wohl aber weil die drei historischen Basiskleidungsstücke im 20. und 21. Jahrhundert den verschiedenen Epochen und Stile entsprechend angepasst wurden.
GODDESS lehnt sich an die Ausstellung „GODDESS, The Classical Mode“ des „The Costume Institute“ des „The Metropolitan Museum of Art“ in New York an. Das MoMu übernimmt Teile dieser Ausstellung.
Szenografie: Bob Verhelst
Ausgangspunkt der Szenografie ist die gegebene „Ruine“, allerdings in einem modernen und originellen Kontext. Die Kleidungsstücke werden zwischen, auf und vor einer „Ruine“ aus alten Möbeln, die eine natürliche Barriere zwischen den Stücken und dem Besucher formen, präsentiert.
Die Möbel, ein Sammelsurium unterschiedlichster Stile und Neostile, werden weiß gestrichen. So verschwimmt der Verweis auf eine spezifische historische Periode.
(* Chiton: Unterkleid der alten Griechen; Peplos: Weitfallendes Kleid, das bis zu den Knöcheln reicht und durch eine Nadel an der Schulter zusammengehalten wird. Dieses Kleid wurde im alten Griechenland von Frauen getragen. Himation: Wollene Stoffdecke, die im alten Griechenland über den Chiton getragen und auf verschiedene Arten um den Körper drapiert wurde. Oftmals blieb eine Schulter unbedeckt.)
Katalog
Das Metropolitan Museum of Art von New York veröffentlichte anlässlich der Ausstallung „Goddess“ folgenden Katalog:
GODDESS, the classical mode/ Koda, Harold. – New York: Metropolitan Museum of Art, 2003. –223 S.
ISBN 0-58839-048-9
(Englisch)
